Eine Reise durch's goldene Land
Indein
S0 30.01. 2005 Mandalay
 

08:00 Uhr, Mal schauen was sich da draußen so abspielt. Walter und Christian gibt es um
diese Zeit noch nicht. Das Hotel ist am süd-östlichen Eck der Mauern des Königspalastes.
Nicht weit entfernt vom breiten Wassergraben. Einmal über die Hauptstraße und man hat
einen diesigen aber schönen Blick zum Mandalay Hill, der direkt in der Verlängerung des
einen Wasserarmes liegt.
Beim Genießen der tollen Aussicht spricht mich ein Blue Taxi Driver an. Er möchte uns
Mandalay zeigen und präsentiert mir genau die Liste von Sehenswürdigkeiten, die ich uns
schon vorab ausgesucht habe. Klingt nicht schlecht, aber das kann ich nicht allein
entscheiden. Er soll nach dem Frühstück vor dem Hotel auf uns warten. Das Blue Taxi ist eine
Mini-Limousine. Ungewöhnlich, denn alle anderen sind Pick-Ups mit Dach und Holzbänken.
Obendrein sind Blue Taxis selbst für die zierlichen Burmesen kleine Gefährte. Was wird
Christian wohl dazu sagen.
Der Weg zurück zum Hotel gestaltet sich schwieriger als erwartet. Kaum schaltet die Ampel
in meiner Richtung auf Grün, strömen von links die Rechtsabbieger wie eine
undurchdringliche Mauer aus Rad und Mopedfahrern auf mich zu. Die Rotphase ist nicht
besser. Gut, man muß eben die Lücke dazwischen nutzen. Rot-Grün, wo bleibt die Lücke.
Das war wohl der falsche Farbwechsel. Grün-Rot wird leichter. Wieder keine Lücke. Zum
Teufel wie bin ich bloß hierher gekommen. Rot-Grün-Rot-Grün, aber jetzt zeig ich’s ihnen.
Wer kennt das Computerspiel „Frogger“.

Zurück im Zimmer sind Walter und Christian gerade dabei über die letzte Nacht zu lamen-
tieren. Die Vorhänge kann man nicht zur Seite ziehen, direkt dahinter befindet sich der
Geschirr und Wäsche Waschbereich des Hotels. Intensives Geklimper und Geklapper seit 6
Uhr Morgens. Sie sind sich einig. Das Zimmer wird gewechselt. Ich denke auch, dass wir
nicht das beste Zimmer erwischt haben, aber alles wieder einpacken, herumschleppen und
wieder auspacken. Muss das sein? Es muss! Leider gibt es keinen gleich großen Raum im
Hotel. In einem 2 Bett Zimmer wird es womöglich eng. Da ist man gezwungen die
Einrichtung zu optimieren. Walter fühlt sich berufen und startet die Tisch-Bett-Nachtkasterl-
Sessel Umbau Aktion. Ungläubig, was da passiert beobachten ihn die Angestellten. Ich
verschwinde lieber im alten Zimmer und warte auf den Befehl: „Koffer marsch“. Die
Hotelchefin dürfte einstweilen der Mut verlassen haben, sie verspricht Walter, die
morgendlichen Lärmereinen vor unserem Fenster erst viel später zu starten. Eine akzeptable
Lösung ist gefunden.

Organisatorisches muss erledigt werden. So zum Beispiel geben wir immer alles Bargeld in
den Safe. Dabei wird meist ein Plastiksackerl über und über mit Paketband beklebt und von 2
Personen unterschrieben.
Die Schiffspassage nach Bagan sollte auch gekauft werden. Da beauftragen wir die Rezeption
und zahlen einen kleinen Aufpreis 18 U$ statt 16 U$. Dafür müssen wir aber nicht mit dem
Taxi zum Irrawady oder einem Ticket Office und uns selber drum kümmern.

Frühstück und auch Blue Taxi warten währenddessen schon. Das lustige 2 Eier Bestell Spiel
ge­winne ich auch heute nicht.

Das kleine blaue Ding übersteht die Begutachtung. Ich darf wieder vorne sitzen. Mit meinem
Foto­rucksack ist ein- und aus- steigen gar nicht so einfach. Das optimiere ich aber bei den
geplanten Besichtigungen bestimmt noch.

Im goldenen Land darf man die Besichtigung einer Goldplättchenerzeugung nicht
verabsäumen. Schon vor der Werkstatt hört man das rhythmische Tok-Tok-Tok-Tok….Tok-
Tok-Tok-Tok. Aber keine Maschinen haben das Klopfen vom Nugget zum hauchdünnen
Endprodukt über. Eine Reihe junger Männer, an Schemel gelehnt, ziehen einem Hammerwerk
gleich, ihre Schlägel auf, lassen sie wieder und wieder auf ein fest geschnürtes Paket zu ihren
Füßen niedersausen. 6 Stunden lang wird das Gold bearbeitet, auseinandergetrieben und von
Zeit zu Zeit geteilt. Im angrenzenden Shop ist das Ergebnis dann zu bestaunen. Gold, das so
hauchdünn ist, daß ein Lufthauch reicht um es zu zerbröseln. Ein Andenken wird uns auf den
Handrücken geklebt. Befeuchtet, draufgelegt und angepresst. Das hält bis zum Abend. Wie es
verarbeitet wird ist nur durch eine Scheibe zu beobachten. Jeder noch so kleine Windstoß
könnte die Plättchen durcheinanderwirbeln und die Arbeit zerstören. Alles wird heftig
überteuert im eigenen Shop angeboten. Nicht ganz authentisch aber interessant.

Ohne die vielen Goldplättchenschläger wäre Mahamuni ein schlanker Buddha geblieben. Zu
den 3 wichtigsten Heiligtümern Myanmars zählend, gehört eine Visite zum Fixprogramm
jedes Mandalay Besuches.  
Der 4 m große Buddha sitzt auf einer Plattform in 3 m Höhe. Nur Männern ist es erlaubt die
Plattform zu betreten. Auf der einen Seite kann man über eine steile Hühnerleiter
hinaufklettern und eine Runde um den Buddha spazieren. Natürlich nur, wenn genug Platz ist.
Viele zu viele Pilger drängen sich auf dem schmalen ungesicherten Weg.
Unzählige Pilger haben im Laufe der Zeit eine richtig dicke Schicht auf dem aus Bronze
gegossenem Buddha hinterlassen. Man munkelt von mehreren Tonnen. Mit diesem Hauch
von Gold eine beeindruckende Leistung. Überall wird es aufgelegt. Auf Händen, Schultern,
Rücken, Beinen, nur das Gesicht bleibt frei. Eine Oberfläche ähnlich einer miniatur
Mondlandschaft ist mit der Zeit entstanden. Und bald wird Mr. Mahamuni unter einem
Nugget verschwinden. In ein paar Jahren….

Der blue Taxi Driver hat uns vor geschäftstüchtigen Mönchen gewarnt. Sie werden uns
ansprechen, werden uns eine Führung anbieten oder vielleicht auch nur in ein Gespräch
verwickeln. Dann aber kräftig abkassieren. Und wirklich es dauert nicht lange, kaum macht
man eine kurze Pause und möchte nur den Rummel um den Buddha beobachten, ist schon der
Erste mit dem Angebot einer Führung da. Durch die Warnung sind wir sehr kurz angebunden,
geben nur zögerlich Antwort und wollen auf den Trick nicht hereinfallen. Bald ziehen sie
wieder ab. Ob ihre Absichten unlauter waren, werden wir nicht erfahren.

Das Hauptgeschehen spielt sich in dem überdachten Bereich vor dem Buddha ab. Aber wenn
man den Gang seitlich verlässt kommt man zu einem Platz der viel ruhiger, weil weniger
besucht ist. Eine Art Waschstraße für Mini-Buddhas ist dort eingerichtet. 8 Figuren sind in
einer Reihe aufgestellt. Jede symbolisiert einen Wochentag. Nicht, daß die burmesische
Woche 8 Tage hätte, aber der Mittwoch ist zweigeteilt. Und der Sinn dieser Waschstraße ist
rasch erklärt. Jeder der den Wochentag seiner Geburt kennt, stellt sich zum entsprechenden
Buddha und schüttet ihm Wasser zur Reinigung über den Kopf. Das bringt Vorteile für das
nächste Leben. Auch das 3 malige Anschlagen der Glocken soll den Burmesen Glück
bringen. Vor allem Kinder haben großen Spaß dabei, die für sie viel zu großen Glocken zum
Klingen zu bringen. Das Zählen bis 3 gelingt selten.

Zurück im Hauptstrom der Pilger und Touristen findet man viele Shops auf dem Weg zum
Buddha. Alle möglichen Handarbeite werden angeboten und man könnte günstig zuschlagen.
Aber wir haben in den nächsten Tagen noch einen weiten Weg vor uns. Nur Walter kann bei
einem schmucken kleinen Jade Elefanten nicht nein sagen.

Bei einer Holzbude reißt die Schlange von Einheimischen nicht ab. Gibt es dort was gratis?
Werden Wetten platziert? Der unscheinbare Stand hat eine magische Anziehungskraft auf die
Burmesen. Im Blitztempo wechseln Kyat gegen 5 x 5 cm großes Briefchen die Besitzer.
Direkt neben der Durchreiche ist eine Tafel mit burmesischen Schriftzeichen angebracht. Es
könnte eine Preisliste sein. Natürlich, hier deckt man sich mit Goldplättchen ein.

Shoes prohibided - Natürlich darf man den ganzen Pagodenbezirk nur ohne Schuhe betreten.
Kaum hat man sich seiner Fußbekleidung entledigt, wollen alle darauf aufpassen. Burmesen
stellen ihre Sandalen in eigens dafür vorgesehenen Schuhständern ab. Das können wir doch
auch nutzen. Aber an Plätzen, wo sehr viele Myanmar Reisende vorbeikommen wird für diese
Dienstleistung gnadenlos abkassiert. Eine freiwillige Spende zwar, aber gibt man zu wenig
erntet man einen nicht mehr so freundlichen Blick.

Wir sind alle sehr, sehr froh, dass man im Zegyo Markt die Schuhe anlassen darf. Der Markt
ist in einem mehrstöckigen Gebäude, ähnlich einem großen Einkaufszentrum untergebracht.
In mehreren Etagen wird alles angeboten, was das burmesische Herz begehrt. Wir
durchstreifen die Abteilung Stoffe, können uns an „erotischer“ burmesischer Unterwäsche
erfreuen, sehen Berge von Schulheften, Schreibutensilien, Reisetaschen, Longyis, Seife,
Holztische, und, und, und. Wie in einem Bazar üblich, nehmen die Händler einer Zunft
jeweils einen eigenen Bereich in Anspruch. Eine Reistetasche könnten wir brauchen. Walter
übernimmt die Verhandlungen und drückt die erstgenannten 6000 Kyat auf 3500. Da
brauchen wir noch Bedenkzeit.

Wenn man aber von diesem größten Markt in Myanmars hört, dann stellt man sich diesen
Markt irgendwie anders vor. Erwartet schreiende Händler, denkt sich, dass sich alles im
Freien unter großen Sonnenschirmen abspielt, sieht und riecht im Geiste die farbenprächtig
angebotenen Gewürze, aber auch den unerträglichen Gestank von verfaulendem Fleisch und
verrottendem Gemüse und erwartet eine Vielzahl von Einheimischen in deren Sog man an
den Ständen vorbei­gezogen wird, nicht aber ein Bazar ähnliches, beschauliches Kaufhaus.

Da die vorhandenen Rolltreppen gerade ihre wohlverdiente Mittagspause genießen – die
Räder stehen während der Mittagszeit wirklich still – sind wir auf der Suche nach dem
Stiegen­haus. Ein geschäftiger Verkäufer, der seinen Shop im ersten Stock betreibt, zeigt uns
den Weg und danach natürlich seinen Laden. Handwerk aus dem goldenen Dreieck.
Bronzestatuen, Schnitzereien, Affenschädel, Jadefiguren, Marionetten und die
unvermeidlichen Opiumwaagen. Alles in bester Qualität und nur hier beim ihm zu
supergünstigen Preisen zu erstehen. Christian interessiert sich für einen Bronzebuddha und
ich verhandle um 2 Tempel­wächter. Aber auch hier gilt, wir haben noch einen weiten Weg
vor uns. Aus dem Deal wird nichts. Der zuerst sehr gesprächige Verkäufer bleibt sauer
zurück.
Hier im ersten Stock sind außer diesem Souvenirladen noch die gesuchten Gewürzstände und
etliche Apothekershops mit Medizin, die in vielen Fällen altersbedingt keine Wirkung mehr
haben dürfte, zu finden. Angesichts der gestapelten Verpackungen würde ich es im Falle einer
Krankheit vorziehen einen Wunderheiler zu konsultieren. Der kann zumindest nichts
wesentlich Schlimmeres auslösen.
Beim Weg zurück hinunter sind wir äußerst froh, dass die Schuhe dranbleiben dürfen. Der
Abgang ist zum Betelnuss-Spucknapf umfunktioniert. Eine rötlich durchgehende Schicht
bedeckt den Boden oder rinnt langsam, zähflüssig die Wände hinab.

Einen kleinen Teil des Marktes, so wie wir uns den ganzen Zegyo vorgestellt haben, finden
wir hinter dem Gebäude. Garküchen, Fleischer, Fisch- und Gemüse-Händler stellen das Gro
der Verkaufsstände. Hier finden wir die asiatischen Gerüche – allerdings, die aus der 2.ten
Kategorie. Und viele der skurrilen Angebote sind einen zweiten Blick wert. Gestapelte
Hühner neben ausgenommenem Fisch unter einer Armada von Fliegen. Berge getrockneter
Shrimps und kleiner Fische, sowie flatternde Vögel in viel zu engen Käfigen, die ihren
strengen Anteil am Nasencocktail offerieren. Und man kann es kaum glauben, frische
Garnelen in Eiswasser.
Die angesprochenen Damen sind ganz verzückt, dass sie von uns so oft fotografiert werden.
Kichernd nicken sie jedes Mal, wenn sie um einen Blick zur Kamera gebeten werden.

Auch hier werden Reisetaschenverhandlungen geführt. Bei 3500 Kyat endet Walters
Geschick. Gekauft wird dort wo der Reisetaschenerstkontakt stattgefunden hat – um viel
günstigere 3500 Kyat. Walter ist in seinem Element und es hat Spaß gemacht

Das Blue Taxi wartet schon längst um uns zum nächsten Highlight zu bringen. Auf dem Weg
dorthin wollen Walter und Christian Diafilme besorgen. Ablaufdatum, Aufbewahrungs-
temperatur sowie Preis halten sie aber von dem Notkauf ab.

Beim Shwenandaw Kyaung Teakholzkloster wird das Zone Ticket für die
Sehenswürdigkeiten von Mandalay dann fällig. Gleich neben dem Kiosk in dem 6
Mitarbeiterinnen diese Eintrittskarten verkaufen, befindet sich der Eingang zu einem Kloster
mit den traditionellen Teakholz Schnitzereien. Obwohl das Kloster nicht mehr bewohnt ist
finden wir den obligaten Schuhständer und die Hinweistafel, dass Fußbekleidung nicht erlaubt
ist. Also wieder runter mit den Dingern.
Auch die Novizinnen, die sich in eine der vielen Türen fotogerecht postieren, um eine Spende
zu erbetteln, sind heute nicht auszumachen. Kein Wunder wir sind die einzigen Besucher. So
machen wir zuerst außerhalb des Gebäudes einen Rundgang und steigen dann die paar Stufen
zum Kloster hinauf. Der Innenraum ist gestützt von golden gestrichenen Holzsäulen. In der
Mitte des einen Raumes der übliche Buddha. Das seitlich, durch die vielen Türen einfallende
Licht animiert mich zu einem kleinen Umbau für ein Licht/Schatten Foto. Die letzte Türe
muss geschlossen werden. Kreischend und quietschend lässt sich die alte, widerspenstige, 2
flügelige Holztüre schließen. Die Zeit reicht leider nur für einen Versuch, da eine anwesende
Aufpasserin meinen Umbau entdeckt und den ursprünglichen Zustand umgehend wieder
herstellt.
Unter dem schatten spendenden Baum ziehen wir die Schuhe wieder an und machen einen
Abstecher zum direkt  angrenzenden Atumashi Kloster. Allerdings ist dieses Kloster nur ein
farbloser Nachbau des1890 abgebrannten Originals, einem der ursprünglich schönsten Bauten
in Südostasien.

Angeregt vom Verkäufer der Handarbeiten aus dem goldenen Dreieck im Zegyo Markt, bin
ich auf der Suche nach einem bronzenem Tempellöwen. Da kommen die Stände vor dem
Teakholzkloster gerade recht. Es scheint, als könnte ich hier fündig werden. Die Hitze hat
meine Kauflust ein wenig gedämpft. Aber ich weiß jetzt, dass die Figuren nicht nur im Zegyo
Markt zu finden sind.

Nicht unweit des Klosters ist das größte Buch der Welt unser nächstes Ziel. Kuthodaw mit
den 729, beidseitig beschrifteten Marmortafeln unter mit Kalk getünchten kuppelförmigen
Stupas. Die meisten sind vergittert und nicht zugänglich. Das Nachmittagslicht lässt den
Himmel noch blauer und die weißen Türmchen noch heller erscheinen. Ein sehr
stimmungsvoller Anblick. Sollte ein Mönch auf die Idee kommen 8 Stunden täglich Zeit für
die Lektüre dieses Buches aufwenden zu wollen. Er bräuchte etwa 450 Tage.

Die Nachbarpagode Sandamani ist auf Grund der beschrifteten Marmorplatten ähnlich
gestaltet. Die Stupas sind spitzer, haben ebenso eine goldene Krone und stehen viel dichter
gedrängt. Schon ein wenig Pagoden-müde verzichten Christian und ich auf eine Innen-
Besichtigung. Wir versuchen einen optimalen Platz zu finden um das mitgebrachte Foto
nachstellen zu können. Sollte man einen Baum besteigen oder die Bewohner des Hauses nach
einem Balkonplatz fragen oder gar auf das Dach des Lokals klettern müssen, um diesen tollen
Blick auf die Pagode zu bekommen. Es ist nicht herauszubekommen mit welchem Trick der
Fotograf das Bild geschossen hat. Walter kommt zurück und berichtet vom Inneren der
Sandamain Pagode. Ganz nebenbei und mit ein wenig Augenzwinkern fragt er nach dem
ominösen Foto um den Ausblick, den er drinnen vorgefunden hat, vergleichen zu können. „Ja
genau so schaut es drinnen aus – ich verstehe nicht warum ihr nicht hinein wollt!“ Tja man
soll nicht so schnell aufgeben.
Jetzt hat Walter sich seine Bierpause wirklich verdient. Ein Lokal auf dem Weg zum nächsten
Ziel ist schnell gefunden. Viel Zeit sei ihm aber nicht gegönnt, denn die 2 Löwen beim
Aufgang zum Mandalay Hill warten schon.
Etwas nervös erzählt uns der Fahrer, daß er noch nie mit 3 so schw….äh großen Europäern
die steile Straße hinauf zum Hill gefahren ist. Das Taxi ächzt, schafft aber den Aufstieg in
engen Serpentinen, zum Parkplatz wunderbar.
Auf der Aussichtsplattform ist noch sehr wenig Betrieb. Bald wird es hier von Schülern und
Englisch-Klassen, die ihre Sprachkenntnisse vertiefen möchten, nur so wimmeln. Deshalb
schnell einen guten Platz für den Sonnenuntergang suchen. Der Blick hinunter zu den gerade
eben besuchten Pagoden sollte sich noch optimieren lassen. Am ehesten ein paar Stufen
weiter unten. Aber Bäume verstellen die Sicht. Wir glauben an einen Scherz, als der
Verkäufer eines Souvenirladens uns den Tipp gibt, doch auf das Dach der Pagode zu klettern.
„Nein, das ist bestimmt nicht erlaub“. Bestimmt ist es nicht erlaubter als er beschließt mit zu
klettern, aber das Gewissen ist beruhigt. Wir sind ganz allein auf dem Dach und erfreuen uns
an dem fantastischen Ausblick. Das kühle Bier, welches Walter zwischenzeitlich aus seinem
Rucksack gezaubert hat ist gewiss ebenso wenig erlaubt, aber deswegen nicht weniger
genussvoll. Als roter Feuerball versinkt die Sonne am Horizont und beendet das Spektakel.
Langsam dämmert es und wir machen uns mit vielen Besuchern auf den Rückweg.

Es wird Zeit den daheim Gebliebenen wieder eine Nachricht zukommen zu lassen. Der Love-
Cat Account funktioniert nicht mehr. Governmet-Policy wie uns erklärt wird. Aber mit dem
unerwarteten 100 MBit Zugang funktioniert Christians ORF-Mailbox wunderbar.
Der blue Taxi Fahrer bringt uns trotz später Stunde noch zum Hotel zurück. Das vereinbarte
Ende der Tour kurz nach Sonnenuntergang, also etwa 18:00 Uhr haben wir längst überzogen.
Deshalb fette ich gegen die Meinung von Christian und Walter die Taxi Miete um eine U$
auf, Fahrer hat sich wirklich toll um uns gekümmert. Christian ist der Meinung, dass man
Trinkgeld erst am Ende einer mehrtägigen Vereinbarung geben sollte, da sich die Leute dann
eher bemühen. Er ist ein wenig sauer. Macht nix der Fahrer hat sich gefreut.

Das „A little bit of Mandalay“ soll uns heute bewirten. Ein ähnlich nobles Restaurant wie
gestern und für burmesische Verhältnisse gleich teuer.

Nach dem ausgezeichneten Abendessen will Christian von weiterem Abendprogramm nichts
wissen. Ein Trishaw-Fahrer, der sein Beiwagen-Fahhrad in der nähe geparkt hat, muß dran
glauben. Er hat mit Walter und mir schon ziemlich in die Pedale zu treten. In der Freiluft
Karaoke Bar ist es laut, aber keine Menschenseele zu sehen. So ganz ohne Publikum – fad. In
der entgegengesetzten Richtung begutachten wir das Barbeceau Lokal. Beim gute Nacht Bier
erzählt uns der Trishaw-Fahrer von einem Pagoden Festival nicht unweit von hier. Warum hat
er das nicht gleich gesagt? Nichts wie hin!
Jahrmarkstimmung in Mandalay. Beim Gummiringerschießen sind wir die Attraktion. Das
Ziel: Mit 3 Schüssen mindesten eine Figur vom Regal zu schupsen. Schon beim ersten
Versuch hab ich Glück und gewinne ein Flasche Myanmar Kracherl, über die sich der
Trishaw-Fahrer freut. 100 Kyat habe ich für 3 Schüsse bezahlt.
Hinter dem Stand ist laute Musik zu vernehmen, die uns als nächstes anzieht. Ein großer
Bretter­verschlag ist dort aufgebaut. Selbstbewusst spazieren wir beim Kassier vorbei und
bleiben dem Konzert kurze Zeit als Gäste erhalten, denn die übersteuerten Lautsprecher
mindern den Hörgenuss.
Wir ziehen wieder ab, vorbei an Garküchen an dene es brodelt und dampft. Für unsere Mägen
leider ungeeignet.

Daten zum Tag
Blue Taxi Rundfahrt in Mandalay (10:00 – 18:00 Uhr) :15 U$
Mahamuni Paya kein Eintritt
5 Goldplättchen, gekauft in der Mahamuni Paya (offizieller Verkaufstand) 600 Kyat
Mandalay Zone Ticket: 10 U$
Internet: 1 Std. 3U$
Abendliche Trishaw-Fahrt etwa 1 Stunde: 2500 Kyat

 

 
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