Eine Reise durch's goldene Land
So 23.01. 2005 Der erste Reisetag in Yangon
 

07:45 Uhr, der erste Morgen in Myanmar. Das Frühstücksbuffet ist für unsere Mägen noch
gewöhnungsbedürftig. Wer hat schon mal fried rice mit vegetables oder Nudeln mit scharfer
Sauce gleich nach dem Aufstehen probiert. Aber es gibt auch ganz normalen Toast,
Erdbeermarmelade, Eier und Tee oder Kaffee. Ein wenig Orangensaft dazu – schade, dass der
nicht frisch gepresst ist.

Michael Pfeiffer, ein in Myanmar lebender Deutscher, der sich mit seinem Reisebüro
„Faszinating Land and Travel“ im Forum bereits einen Namen gemacht hat, möchte uns mit
einem Frühstück willkommen heißen. Wir schnappen uns direkt vor dem Hotel ein Taxi und
fahren zum Mahasi Sassana Meditation Center, wo er schon auf uns wartet.
Was kann uns besseres passieren als aktuelle Tips von jemanden direkt vor Ort lebenden zu
bekommen. So wird er bombardiert mit Fragen und hat etliche gute Vorschläge für uns parat.

Die erste Sehenswürdigkeit ist gar nicht weit von Michael Pfeiffers Haus entfernt. Der
reclining, sich zurücklehnende Buddha in der Chauktatgyi Paya (Kyaukhtatkyi Pagode).
Wobei Pagode ein wenig übertrieben sein dürfte. Es ist eine große mit hässlichen Lichtmasten
ähnlichen Stützen, gedeckte Wellblechgarage.
Für uns ist es auf jeden Fall der Anfang der Barfußsaison. Die Schuhe soll man nicht
mitnehmen. Sie werden in ein Schuhregal gestellt und los geht’s. Etwas ungewohnt für unsere
empfindlichen Sohlen, laufen wir sorgfältig auf den Boden achtend, herum.
Die Größe des etwa 70 m langen liegenden Buddhas ist beeindruckend. Viele Gläubige knien
am Boden und beten vor dem Buddha.
Eine kleine Plattform für „Fotografen“ ist am Fußende eingerichtet und wird von uns auch für
die ersten Bilder genutzt.

Der Kan Daw Gyi Nature Park ist die nächste Station. Ein schön angelegter kleiner Park
direkt am Kandawgyi Lake wo wir eigentlich zum Karaweik Palace wollten. Aber ein
kleiner namenloser idyllischer Tempel, wo sich etliche jungendliche tummeln, wird zuerst
inspiziert. Es ist Sonntag und da dürfte der Park eine Anlaufstelle für Picknicks sein. Walter
bekommt auch eine Einladung zu einer Portion Reis, die er aber dankend ablehnt. Immer die
drohende Gefahr weiterhin nur als Durchlauferhitzer den Urlaub zu beenden, im Hinterkopf.
Der kleine Tempel ist der erste dieser Art und dementsprechend interessant. Auf den Stufen
zur kleinen Anlage heißt es wieder raus aus den Schuhen. Viele Figuren die irgendwie von
Schlangen umgeben sind, natürlich ein Buddha und ein kleiner Bereich zum beten sind in
diesem Tempelbereich zu sehen.

Der Karaweik Palace ist ein aus Beton nachgebautes Schiff, welches aus der Ferne mit
seinen beiden goldenen Löwen ganz nett ausschaut. Nicht für Ausfahrten gedacht werden in
einer Halle Musik und Folkloreveranstaltungen aufgeführt. Die 1000 Kyat für die Besichtigung
sparen wir uns.

Christian ist inzwischen von einer Horde junger Burmesinen angesprochen worden, die einen
irren Spaß mit dem Touristen haben. Als Walter und ich dazukommen, sind die Mädels nicht
mehr zu bremsen. Wir 3 und dazu immer ein Mädel fürs Album. Das dauert bis alle durch
sind. Begleitet von kichern und kudern. Wir bekommen dadurch aber die Gelegenheit ganz
ungezwungen ein paar Fotos von einer jungen Mami mit ihrem Kind und von Gesichtern mit
dem typischen burmesischen Sonnenschutz zu machen.

Für den Rest des Tages ab in die große Anlage der Shwedagon Pagode. Der Taxifahrer
bringt uns zum für Touristen vorgesehenen Südeingang. Der Eintritt ist für Burmesen frei.
Touristen müssen dem Gouvernement 5 U$ abliefern. Christian hat sein Stativ dabei und darf
zusätzlich 3 U$ als professionell Photographer dazulegen, da hilft kein diskutieren oder
argumentieren. Mit unserer Fotoausrüstung ist es einfach teurer. Mitten im Trubel bleibt
meine Kamera auf dem Schuhständer liegen. Die Ticketverkäuferin macht mich aber sofort
darauf aufmerksam. Es wird bezahlt und ich mach mich schnell auf den Weg zum Lift, denn
auch ich habe ein Stativ dabei, das sie aber wegen der Stativtasche noch nicht entdeckt haben.

Auf der Plattform, rund um die goldene 98 m hohe Pagode, wimmelt es nur so von Tempeln,
Nischen, Buddhas, Opferplätzen, Stupas und Glocken. Die Shwedagon Pagode gehört zu den
3 großen Heiligtümern Myanmars und ist Sonntags logischerweise von Einheimischen und
Mönchen stark besucht. Aber auch etliche Touristen mischen sich unter die Leute, sind aber
bei weitem in der Minderheit.
Die Plätze zum Meditieren und beten sind sehr gut besucht. Interessanterweise gibt es
Fernsehliveübertragungen von anderen Buddhas. Auch vor den Fernsehgeräten finden sich
etliche Gläubige zum Beten ein. Der Fortschritt lässt grüßen.
Kleine Kinder aber auch viele Erwachsene stoßen mit einem Holzpflock 3 mal gegen die
vielen Glocken. Das soll Glück bringen. Verdienste kann man sich aber auch erwerben, wenn
man den Boden fegt, kleinen Buddhafiguren den Kopf wäscht oder einfach Weihrauch und
Kerzen an den Opfernischen entzündet.
Daß die Shwedagon Pagode gerade renoviert wird und sich hinter einem Bambusgerüst
versteckt, hat uns anfänglich schon sehr enttäuscht. Immerhin soll auf der goldenen Pagode
etwa 60 Tonnen Gold verarbeitet sein. Angeblich mehr Gold, als in den Tresoren der Bank of
England lagert. Das bekommen wir leider nicht zu sehen, aber das ganze Drumherum
entschädigt uns für den verdeckten Blick auf  die Pagode.
Bis zum Sonnenuntergang entdecken wir immer wieder neue Motive. Es war ein toller
Nachmittag im dem 60.000 m2 großen Areal.

Um 19:30 Uhr sind wir wiederum mit Michael Pfeiffer und seiner Frau im Restaurant
Pandonmar verabredet. Thailändisches Essen erwartet uns. Nicht ganz so scharf wie ich gerne
gehabt hätte, aber die vielen kleineren Portionen geben einen kleinen Überblick was uns in
den nächsten Tagen so erwarten dürfte. Zum Beispiel Fried Rice mit Nüssen, Green Curry
Soup, verschiedene Salate und gutes Myanmar Bier. Für einheimische Verhältnisse sind die 7
U$ pro Person wohl eher gehobenes Preisniveau. Das Restaurant mit überdachtem Garten ist
jedenfalls nur zu empfehlen.

Mit Mong Pay, dem burmesischen Geschäftspartner von Michael Pfeiffer, besprechen wir die
Trekking Tour nach Kakku am Inle See. Er kann uns gut weiterhelfen und genau erklären wie
wir die Wanderung am besten anlegen. Er kommt aus der Gegend und hat diese Tour schon
öfter gemacht.

Wir verabschieden uns und fahren mit dem Taxi zurück ins Hotel.Auf der Suche nach einem
Abschlußgetränk landen wir in einer Seitengasse in einem Karaokelokal. Der Kellner will uns
in die extra Räume locken. Wollen wir aber nicht. Es ist etwa 24:00 Uhr und wir sind so
ziemlich die letzten, die sich noch auf den Straßen rumtreiben. Die 2 Bier, die Walter aus
Sicherheitsgründen noch an der Rezeption bestellt, sind leider warm. Was er dann noch bis ½
3 in der Früh tut, bleibt allein sein Geheimnis.

Daten zum Tag:
Taxi vom Airport zum Hotel: 5 U$ (nicht verhandelbar)
Panorama Hotel: 3 Bett Zimmer mit Frühstück um 35 U$ / Nacht
Mail vom Hotel: 1 U$ pro Mail

 
eine Seite zurückeine Seite vor